Gemeinsam lesen: Die Kunst der Freude von Goliarda Sapienza
- Team 1002F

- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Ab dem 22. Mai lesen wir jeweils Freitag von 17 bis 18:00 gemeinsam oder einsam Die Kunst der Freude von Goliarda Sapienza. Genau rechtzeitig zur Kinostart von Fuori, ein Porträt der Autorin, am 18. Juni!
Einfach vorbeikommen zum Mitlesen oder Zuhören - Das Buch kann vor Ort gekauft werden, eine Vorbestellung ist nicht nötig. Mit anschliessendem Gespräch & Apéro.
Die Kunst der Freude ist eine Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts aus der Perspektive einer aussergewöhnlichen Frau: Modesta ist eine Sizilianerin, die nach Leben dürstet und für ihre Unabhängigkeit kämpft. Sie erlebt das zwanzigste Jahrhundert auf der Suche nach persönlichem Glück und Erfüllung - gegen alle Widerstände. Als großzügige Freundin, liebende Mutter und leidenschaftliche Liebhaberin begegnet sie dem Leben mit der inneren Größe, die den Heldinnen und Helden der Weltliteratur eigen ist.
Goliarda Sapienza, wird 1924 in Catania als Tochter zweier Vorkämpfer der sozialistischen Bewegung in Italien geboren. Die Mutter ist Feministin, die Familie ein Patchwork und so verlebt Goliarda als das geliebte jüngste Kind eine behütete Kindheit. Mit 16 Jahren geht sie nach Rom an die Schauspielschule und wird, wie schon ihre Eltern, von den Faschisten verfolgt und kämpft im Widerstand. Nach dem Krieg wird sie als Theaterschauspielerin gefeiert und spielt in Filmen wie Luchino Viscontis »Senso« mit. Zwanzig Jahre lang ist sie mit dem Regisseur Francesco Maselli liiert und avanciert zu einer wichtigen intellektuellen Figur der römischen Nachkriegsgesellschaft.
1950 beginnt sie, zunächst Gedichte zu schreiben, ab Ende der fünfziger Jahre erkrankt sie an schweren Depressionen. Sie begibt sich in Psychotherapie, doch das Schreiben wird immer zentraler in ihrem Leben. Nach zwei missglückten Selbstmordversuchen und dem Ende der Beziehung zu Maselli, zieht sich Sapienza immer weiter aus der römischen Gesellschaft zurück. Neun Jahre lang arbeitet sie an ihrem großen Roman »Die Kunst der Freude«, isoliert sich immer weiter und verarmt zunehmend. Als der Roman schließlich fertig ist, will kein Verlag in Italien ihn verlegen - zu lang, zu unkonventionell, ein Skandal. Sapienza schreibt kompromisslos weiter, unbeachtet und vergessen, ist zu keinen Zugeständnissen bereit und versetzt dabei Bilder, Möbel und Schmuck. Schließlich begeht sie sogar einen Diebstahl und wird 1980 für einige Monate inhaftiert. Über die Zeit im Gefängnis schreibt sie später in »Tage in Rebibbia«.
DETAILS:
Daten: Ab den 22. Mai bis wir fertig sind (jeweils Freitags)
Uhrzeit: 17:00 - 18:00
Kosten: Gratis
Anmeldung oder Fragen: willkommen@milleetdeuxfeuilles.ch Stichwort "Leseclub"




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